Finanzieller IQ – Teil 3

Heute möchte ich in dieser Reihe fortfahren. Nachdem es das letzte Mal um den „Financial IQ #1: Making More Money“ ging, ist heute der zweite der fünf finanziellen IQs an der Reihe.

Financial IQ #2: Protecting Your Money – Dein Geld schützen

Was erklärt der Autor Robert Kiyosaki dazu?

Hier geht es darum, das verdiente Geld vor „Finanzräubern“ zu schützen, vor allem möglichst wenig Steuern und Abgaben zu zahlen, natürlich auf legalem Wege.

Zunächst ein Beispiel:
Person 1: Verdient als Angestellter 100.000 im Jahr und zahlt etwa 50% an Steuern.
Person 2: Bekommt auf Kapitalanlagen 100.000 im Jahr und gibt davon nur etwa 15% ab.
Person 3: Verdient als Unternehmer 100.000 im Jahr und schafft es, überhaupt keine Steuern zu zahlen, also 0%.
Dann hat Person 3 den höchsten finanziellen IQ Nummer 2 beim Schützen des Geldes.

Robert Kiyosaki erwähnt in diesem Kapitel folgende Finanzräuber, auf die man achten sollte:

Bürokraten

Das sind die Steuerbehörden, Steuern sind von der Idee her in Ordnung, sollten aber nicht zu hoch sein.

Banken

Diese betreiben ein legales Ausrauben der Kunden, indem sie naives Spargeld ausnutzen.

Finanzvermittler

Das ist nur ein anderes Wort für Vertriebler. Selbst kaufen diese meistens nicht, was sie anderen verkaufen wollen, denn sie verdienen an den Provisionen.

Unternehmen

Alle Unternehmen müssen irgend etwas verkaufen, denn davon leben sie, Die Frage, die man sich immer stellen sollte, ist: Macht mich das Produkt oder die Dienstleistung reicher oder ärmer? Wer reich werden will, sollte möglichst nur kaufen, was einen reicher macht.

Ehepartner

Hier sind jene gemeint, die wegen des Geldes heiraten. Die Scheidung wird teuer!

Schwager bzw. Erben

Da kommen „Enkel vom Schwager“, die man zu Lebzeiten nie gesehen hat, und wollen erben. Das ist natürlich schlecht für die direkten und geliebten Nachfahren. Dagegen sollte man mit einem Testament vorbereitet sein.

Anwälte

Hier sind solche gemeint, die das Rechtssystem vor allem dazu benutzen, um jemanden vor Gericht zu zerren und sein Geld zu nehmen.

Fazit

Man sollte diese Finanzräuber kennen und etwas dagegen unternehmen, soweit das möglich ist.
Aktives Einkommen ist immer am höchsten besteuert. Steuern auf Margen oder Dividenden sind niedriger, zumindest in den USA.
Die Empfehlung des Autors ist, da man das System nicht ändern kann, sollte man soweit möglich, die eigene Situation zu seinem Vorteil verändern.

Was fällt mir dazu ein, wie kann ich meinen finanziellen IQ Nummer zwei erhöhen?

Zunächst einmal arbeite ich noch in einem Job. Da zahle ich nun einmal recht hohe Steuern und Sozialabgaben. Allerdings habe ich schon zu Zeiten, als ich noch keine zusätzlichen Einkünfte hatte, jedes Jahr eine Steuererklärung eingereicht. Schon durch den Weg zur Arbeit habe ich immer etwas zurückerstattet bekommen. Ich kenne einige Leute, die sagen: Das, was ich zurückbekomme, lohnt den Aufwand nicht. Nun, das muss jeder für sich selbst wissen. Andere fangen erst auf den letzten Drücker an, Belege zu sortieren und krampfhaft zu überlegen, was sie denn nun noch alles zusammentragen müssen.
Ich habe mir das Erstellen der Steuererklärung inzwischen sehr vereinfacht. Da ich das schon seit Jahren selbst mache, muss ich nicht lange darüber nachdenken. Ich sammle schon das ganze Jahr hindurch, was ich für die nächste Steuererklärung brauche, hefte es ab, trage es in bereits vorbereitete Listen auf dem Computer ein. So etwas immer kontinuierlich zu tun, fällt zeitlich in dem Moment nicht ins Gewicht, und die lästige Großaktion kurz vor dem Termin entfällt. Wenn es dann soweit ist, brauche ich nur noch Aufstellungen und Beleglisten auszudrucken, zu meinen vorbereiteten Unterlagen zu heften, Elster auszufüllen und abzuschicken und den Umschlag mit den Belegen in den Briefkasten des Finanzamtes zu werfen. So kostet es nicht einmal Porto, und ich weiß, dass es angekommen ist.
Da die Margen-Einnahmen für meine Bücher erst nach dem Einreichen der Steuererklärung versteuert werden, bekomme ich insgesamt nicht mehr allzuviel zurück. Jedoch kann ich aufgrund der „schriftstellerischen Tätigkeit“ einige Kosten ganz legal von meiner Steuerlast abziehen, z.B. Kauf einer Digitalkamera, eines Bürostuhls usw. Bei uns in Deutschland ist es nicht so, dass Margen niedriger versteuert werden als aktives Einkommen. Allerdings fallen immerhin keine anderen Abgaben wie Kranken- und Rentenversicherung darauf an, sofern man diese Abzüge bereits aufgrund eines Jobs hat.

Angeboten der Bank bzw. von Finanzvermittlern stehe ich grundsätzlich sehr kritisch gegenüber. Einmal erhielt ich einen Anruf von einer Kundenbetreuerin meiner Direktbank, die mir einen unabhängigen Finanzberater empfehlen wollte, der mit eben dieser Bank zusammenarbeitete. Ich fragte daraufhin, was die Kompetenz des Mannes, mich zu beraten, ausmachen würde. Darauf hörte ich, dass er aus einem riesigen Portfolio von Anlageprodukten wählen könne und nicht an die Produkte ihres Hauses bzw. des Mutterkonzerns gebunden wäre. Darauf entgegnete ich: Das meine ich nicht. Hat dieser Berater selbst privat ein größeres Guthaben als ich, und hat er dieses durch Geldanlage in jene Produkte erwirtschaftet, die er mir verkaufen will? Nur dann darf er mich beraten. Denn ich lerne grundsätzlich nur von Leuten, die etwas besser können als ich. Die Frau am anderen Ende der Leitung war wohl überrascht, und wir verabschiedeten uns freundlich.

Auf Dividenden und Kursgewinne fallen bei uns 25% Abgeltungsteuer zzgl. Solidaritätszuschlag und eventuell Kirchensteuer an. Mit diesem Abzug ist die Steuerschuld abgegolten, selbst dann, wenn man ansonsten aufgrund höheren Einkommens einen größeren Steuersatz hätte. Solche Kapitaleinkünfte in der Steuererklärung aufzuführen, macht nur dann Sinn, wenn man insgesamt einen niedrigeren Steuersatz hat. In dem Fall bekäme man etwas von den bereits abgezogenen und von den Banken direkt an die Finanzbehörden abgeführten Steuern zurückerstattet. Kapitalgewinne bis zur Höhe des Freibetrages, welcher momentan pro Person 801 Euro beträgt, sind steuerfrei.

Was fällt mir sonst noch zu den oben genannten Punkten ein? Bei Immobilien, die man nicht selbst bewohnt, sondern vermietet, kann man recht viele Kosten steuerlich geltend machen. In diesem Thema stecke ich aber noch nicht allzu tief drin. Dazu werde ich mich später innerhalb dieser Reihe noch äußern, wenn ich mich ausführlicher damit beschäftigt habe.

Die Sache mit den Anwälten ist hier wohl noch nicht ganz so schlimm wie in den USA. Damit habe ich zum Glück noch keine Erfahrung gemacht.

Im nächsten Artikel zum finanziellen IQ befasse ich mich mit dem Bugetieren. Fortsetzung folgt …
zu Teil 4

Titelbild: Claus Zewe / pixelio.de

4 Gedanken zu “Finanzieller IQ – Teil 3

  1. Michaelxxx 13. August 2014 / 16:53

    Nabend,

    zur finanziellen Sicherheit zwei Fragen.

    1. Mit oder ohne Auto?
    2. Freiwillige Mitgliedschaft (ca. 17% vom Einkommen) in der GKV oder PKV?

    Grüße Michael

    Gefällt mir

    • Petra-Wolff 13. August 2014 / 18:49

      Hallo Michael,
      ich verstehe Deine Fragen in Zusammenhang mit dem Artikel über Kiyosakis „Financial IQ“, den Du hier kommentiert hast, leider nicht so ganz. Ich könnte nun mutmaßen, ob Du vielleicht meinst, ob ich mir zu 1. finanzielle Sicherheit mit oder ohne Auto vorstelle bzw. ob ich 2. daran denke, dass auch Krankenversicherung bezahlt werden muss. Wenn das so ist, dann antworte ich mal:
      Zu 1. Nein, ich brauche kein Auto.
      Zu 2. Ja, ich denke daran.
      Viele Grüße
      Petra

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