Finanzieller IQ – Teil 2

Nach meiner Einleitung bzw. Ankündigung in Finanzieller IQ – Teil 1 soll es jetzt losgehen.

Noch ein paar Bemerkungen vorab:

Eine Grundidee, die Robert Kiyosaki in besagtem Buch darlegt, besteht darin, dass heute die Gesetze des „neuen Kapitalismus“ gelten. Was ist der Unterschied zum „alten Kapitalismus“?

Früher funktionierte das nach den Gesetzmäßigkeiten des „alten Kapitalismus“ (zumindest in den USA) so: Arbeite hart! Verdiene Geld! Lebe unter deinen verhältnissen und spare! Stecke das Geld in Investmentfonds! So vermehrt es sich und sichert deine Zukunft.

Das funktioniert heute nach den Gesetzen des „neuen Kapitalismus“ nicht mehr wirklich gut. Was macht den „neuen Kapitalismus“ aus? Das Geld ist kein „echtes Geld“ mehr. 1971 kehrte sich die USA vom Goldstandard des Dollars ab. Das bedeutet, dass der Dollar nicht mehr am Gold hängt, also ein Umtausch in Gold nicht mehr garantiert wird. Dollars werden einfach gedruckt, wenn sie benötigt werden. Wertverlust ist vorprogrammiert. Das ist vielleicht sehr vereinfacht ausgedrückt, aber es trifft den Kern. So ist der Dollar heute nur noch eine Währung. Das englische Wort dafür ist „currency“, darin steckt „current“, also der Lauf, die Strömung. Das Geld muss in Bewegung sein, sonst wird es wertlos. Mit dem Euro geht es uns da wohl kaum anders.

In einen Fonds investieren kann selbst ein dressierter Affe, und das beste Geschäft macht dabei der Fonds. Heute kommt es darauf an, intelligent mit seinem Geld, oder besser gesagt, mit seiner Währung, umzugehen. Dazu gehören eine Menge Wissen und dessen Anwendung. Deshalb der Begriff des „finanziellen IQ“. Das ist das Maß für finanzielle Intelligenz, welche wir brauchen, um unsere Geldprobleme zu lösen. Jeder hat Geldprobleme. Die Armen: zu wenig Geld, die Reichen: zu viel Geld und zu wenig Ideen, wie es am besten zu investieren ist.

Heute möchte ich mich auf den ersten finanziellen IQ konzentrieren:

Financial IQ #1: Making More Money – also mehr Geld machen

Was erklärt der Autor dazu?

Je mehr du verdienst, desto höher ist dein finanzieller IQ Nummer 1. Jemand, der im Jahr eine Million verdient, hat einen höheren finanziellen IQ Nummer 1 als jemand, der nur 30.000 verdient. Das ist klar.

Robert Kiyosaki hatte nach seiner Ausbildung zunächst einen sehr gut bezahlten Job bei Standard Oil, fuhr auf Öltankern um die Welt, ein großartiger Job in einer großartigen Firma, wie er es bezeichnet. Nach kurzer Zeit schloss er sich dem Marine Corps an und zog freiwillig in den Vietnam-Krieg, weil er es als Pflicht empfand, seinem Land zu dienen. Lassen wir mal meine persönlcihe Meinung darüber außen vor. Die Bezahlung dafür war schlecht. Er lernte Hubschrauber fliegen. Nach seiner Entlassung aus dem Marine Corps hatte er zwei Berufe, in denen er hätte arbeiten und gut verdienen können, wieder als Schiffsoffizier bei Standard Oil oder als Pilot für eine der Fluglinien. Er trat jedoch einen Job bei Xerox als Vertriebler an. Sein Anfangsgehalt war sehr niedrig. Er nahm also wieder einen Gehaltseinschnitt in Kauf, seine Familie und Freunde hielten ihn für verrückt. Er tat das, um seine finanzielle Intelligenz zu erhöhen, und zwar genau den finanziellen IQ Nummer 1 – die Fähigkeit, mehr Geld zu verdienen. Er hatte sich überlegt, dass er als Unternehmer das meiste Geld verdienen konnte. Dafür brauchte er Vertriebsfähigkeiten. Die Zeit bei Xerox beschreibt er als sehr hart, zuerst hatte er nur Misserfolge, aber dann schaffte er es und wurde der beste Vertriebler der Zweigstelle. Dann kündigte er und baute sein erstes Business auf. Zwischendurch gab es immer wieder Schwierigkeiten. Die Probleme waren jedoch lösbar.

Das ist einer der wichtigen Kerngedanken: Man muss die auftretenden Probleme lösen, um seine finanzielle Intelligenz zu erhöhen. Es geht vor allem um den Prozess, seine Fähigkeiten, viel Geld zu verdienen, zu entwickeln. Das ist es, was einen reich macht. Menschen, die viel Geld erben oder im Lotto gewinnen, haben diesen Prozess nicht durchlaufen und sind oftmals sehr schnell pleite. Menschen, die ihren finanziellen IQ Nummer 1 erhöht haben, indem sie Probleme zu lösen gelernt haben, sind also zu Reichtum in der Lage.

Wer größeren Wert auf eine regelmäßige sofortige Bezahlung legt, anstelle heutige Anstrengungen in Zukunft um ein Vielfaches besser bezahlt zu bekommen, kann seinen finanziellen IQ Nummer 1 nicht wirklich erhöhen. Das Leben als Herausforderung und ständigen Lernprozess zu sehen, bringt mehr. Auch das Lernen und die Weiterentwicklung von Fähigkeiten sind Geldanlagen, die sich eines Tages auszahlen. Was mir aus den Schilderungen des Autors noch sehr gut gefallen und sich eingeprägt hat, ist die Aussage: Angestellte und Selbstständige arbeiten für Bezahlung, Unternehmer und Investoren arbeiten zunächst ohne Bezahlung und vor allem dafür, Geldanlagen zu bilden, aus denen sie dann passives Einkommen beziehen können.

Wie kann ich diese Theorie nun für mich in die Praxis umsetzen und meinen finanziellen IQ Nummer 1 erhöhen?

Zugegeben, ich arbeite noch in einem Job und das schon seit etlichen Jahren. Nach einem ziemlich erfolgreich abgeschlossenen Studium fand ich nach langem Suchen und auch einigen persönlichen, gesundheitlichen Rückschlägen etwas, das ich konnte. Zuerst haderte ich mit der verhältnismäßig niedrigen Bezahlung. Jeder um mich herum schien mehr zu verdienen als ich. Ich hängte mich richtig rein, lernte eine Menge, schaffte auch eine Menge. Ich musste noch mehr schaffen, um mehr zu bekommen. Für mich waren die ersten Schritte zur Verbesserung dieses finanziellen IQ, Gehaltserhöhungen durchzusetzen. Jeder, der als Angestellter arbeitet, weiß, wie schwer das oftmals sein kann.

Zum Unternehmer fühlt sich auch nicht jeder berufen, so weiß ich nicht, ob ich das jemals werde. Aber ich lernte nebenher, in Aktien zu investieren. Dabei investierte ich auch viel Zeit und zahlte Lehrgeld. Es dauerte Jahre, meine Anlagestrategie zu entwickeln und meine Anlageentscheidungen möglichst frei von Emotionen nach Rückschlägen zu halten. Und mir ist bewusst, dass ich niemals am Ende des Lernprozesses angekommen sein werde, auch wenn meine Strategie jetzt sehr gut funktioniert. Vor kurzem erst habe ich mich in die Begriffswelt der Immobilien eingearbeitet. Zwar bin ich vorerst zu dem Schluss gekommen, hier noch nicht zu investieren, jedoch werde ich diese Idee noch nicht fallen lassen und mich weiter mit dem Thema beschäftigen. Bisher ist mein Aktiendepot meine größte passive Einkommensquelle.

Als kleine Unternehmungen und passive Einkommensquellen, wenn hier auch erst von einem Einkommensbach als von einem -strom die Rede sein kann, betrachte ich meine Bücher. Zum Schreiben des ersten kam ich fast zufällig. Ich untersuchte verschiedene Möglichkeiten des Investierens, auch ganz Skurrile, und nahm mir vor, meine Erkenntnisse logisch und gut strukturiert aufzubereiten, zunächst für mich selbst, später zur eventuellen Veröffentlichung. Dabei stieß ich auch auf Sportwetten. Mit der festen Überzeugung, dass man damit stets mehr Geld verliert als gewinnt, und ich das leicht darlegen könnte, sah ich mir verschiedene Wettanbieter im Internet an und stellte fest, dass die meisten einen relativ hohen Bonus für Neukunden anboten. Also begann ich zu rechnen und fand eine Methode, wie man so spielen kann, dass man am Ende immer sein Geld und zusätzlich wenigstens einen Teil das Bonus zurückbekommt. Es war faszinierend. Ich probierte es mit echtem Geld aus, und es funktionierte. Ich nahm mein eingesetztes Geld und einen Großteil meines Gewinns wieder heraus und versuchte mich mit dem Rest in Value Bets, oder anders ausgedrückt, in Wetten mit vorteilhaftem Chancen-Risiko-Verhältnis. Auch das funktionierte, war allerdings etwas aufwändiger. Da ich zeitgleich die Möglichkeit des „Publishing on Demand“ entdeckt hatte, entstand so das erste Büchlein: „Sportwetten gewinnen – Schritt für Schritt“. Ich gebe zu, es ist kein Meisterwerk, hat sich aber bisher ziemlich gut verkauft. Später schrieb ich ein weiteres: „Geld gewinnen mit Sportwetten“, in dem ich mich besonders auf die Entwicklung einer Methode zur Auffindung von Value-Bets im Tennis konzentrierte. Auch das ist eine nette Spielerei, die ziemlich aufwändig ist, weshalb ich sie selbst auch kaum noch praktiziere. Allerdings fiel mir auf, dass mir die Sportwettenanbieter nach längerer Inaktivität immer wieder Bonusangebote unterbreiteten. Das war für mich interessanter und ist es immer noch. So verfeinerte ich meine Methoden des Bonusausnutzens, deren Anfänge ich bereits im ersten Buch beschrieben hatte. Später schrieb ich darüber das Buch „Sportwetten ohne Risiko“. Ich halte es für mein bestes zu diesem Thema. Es verkauft sich allerdings kaum. Wahrscheinlich ist es zu mathematisch exakt, die Formeln schrecken die Leser ab. Dann kam 2012 die Einführung der Wettsteuer in Deutschland. Anstelle die drei Bücher zu überarbeiten, was etliche Kosten verursacht hätte, habe ich einfach eine kleine Broschüre mit dem Titel „Sportwetten trotz Wettsteuer“ geschrieben, die den Umgang mit dieser Steuer in Bezug auf die Strategien meiner bisherigen Bücher beschreibt. Den Preis dafür habe ich so niedrig wie möglich angesetzt, und ich stelle es oft als kostenlosen Download bereit. Schließlich ist es Werbung für die anderen Bücher. Mein neuestes Projekt ist „Das Aktiendepot als Einkommensquelle“. Auch wenn es sich nicht gut verkaufen sollte, ist es für mich bereits ein Gewinn. Natürlich ist es mir lieber, wenn es sich verkauft. So mache ich also auf diesem Blog ein wenig Werbung dafür.

Meinen Job kann ich noch nicht kündigen. Ich gebe zu, ich habe mich darin inzwischen ziemlich bequem eingerichtet, so dass ich mich für diese Arbeit möglichst wenig anzustrengen brauche, damit genügend Energie für meine sonstigen Projekte übrig bleibt. Inzwischen pfeife ich auf Gehaltserhöhung oder mehr Bonus, wenn ich dafür noch mehr im Hamsterrad treten muss, bzw. etwas hinzulernen soll, das mich nicht interessiert und nur dem Profit von anderen zugute kommt, worauf es letztendlich immer hinausläuft. Der Frage, was ist, wenn ich meinen Job verliere, stehe ich jedoch ziemlich gelassen gegenüber.

Eine kleine Parallele sehe ich jedoch für mich noch zu den Ausführungen von Robert Kiyosaki. Was für ihn sein schlecht bezahlter Job bei Xerox war, ist für mich content.de. Das ist eine Plattform, auf der es Auftraggeber gibt, die für die Erstellung von Texten für verschiedene Zwecke, z.B. Ratgeber, Artikel, Suchmaschinen-Optimierung usw. bezahlen, sowie Auftragnehmer, die diese Texte schreiben. Ich habe mich dort als Auftragnehmer registriert und schreibe ab und zu einen Text. Die Bezahlung dafür ist gemessen am Aufwand miserabel, selbst dann, wenn man eine gute Qualitätseinstufung hat. Ich sehe das jedoch für mich als Ausbildung, denn ich bekomme Feedback zu meinen Texten. In gewisser Weise ist das auch ein Beitrag zur Verbesserung meiner Sales-Fähigkeiten. Denn wenn ich dadurch lerne, in meinem eigenen Blog besser zu schreiben, bekomme ich nach und nach mehr Besucher, unter denen sich einerseits vielleicht der eine oder andere Käufer für mein Buch findet, andererseits Kommentare hinterlassen werden, die mich wiederum auf weitere gute Ideen bringen.

Der Aufbau passiver Einkommensströme ist überhaupt das A und O, wenn man darüber nachdenkt, wie man den finanziellen IQ Nummer 1, also die Fähigkeit, mehr Geld zu verdienen, erhöhen kann, ob nun gleich als Unternehmer oder durch andere Ideen. Zum Beispiel ist mir aufgefallen, dass es hier Blogger gibt, die sehr gute Fotos machen. Da wäre es doch vielleicht eine Idee für diese User, so etwas bei fotolia.com oder einem ähnlichen sogenannten Stock-Foto-Dienst zu verkaufen.

So, für diesen Teil soll es genügen. Fortsetzung folgt …
zu Teil 3

Titelbild: Bernd Kasper / pixelio.de

10 Gedanken zu “Finanzieller IQ – Teil 2

  1. Wolfsfrau 3. August 2014 / 13:04

    Ich muss Dir mal ein großes Kompliment machen. Deine Beiträge sind wirklich klasse und sehr ausführlich. Das kostet eine Menge an Zeit und Herzblut. Ein großes Dankeschön an Dich! Ich finde immer neue Anregungen und freue mich schon auf Deine weiteren Beiträge

    Gefällt mir

    • Petra-Wolff 3. August 2014 / 18:05

      Vielen Dank, das bestärkt mich, weiterzumachen. Ich habe hier auch bereits eine Menge guter Anregungen erhalten und freue mich, wenn ich auch etwas beitragen kann.

      Gefällt mir

  2. warum07 7. August 2014 / 14:44

    … das i tüpfelchen wäre jetzt der Link zu den Sportswetten büchern … 🙂

    Gefällt mir

    • Petra-Wolff 7. August 2014 / 20:07

      Ich will es auch nicht übertreiben mit der Eigenwerbung, außerdem kann man sie anhand des Titels leicht finden. 😉

      Gefällt mir

  3. Alex von Reich-mit-Plan 4. September 2014 / 12:25

    Ich les dich zwar noch nicht sehr lang, dafür aber jetzt schon gern.
    Bei solch langen Texten solltest du dir überlegen dich nicht bei VG Wort anzumelden!
    Hier werden Artikel mit mindestens 1800 Zeichen berücksichtigt.
    Gruß
    Alex

    Gefällt mir

    • Petra-Wolff 5. September 2014 / 19:41

      Danke für die Erinnerung. Ich bin ja bereits bei der VGWort angemeldet, aber stimmt, ich kann in Bezug auf mein Blog dort auch noch was unternehmen.

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s