Aktives und passives Einkommen

Wer finanzielle Sicherheit bzw. finanzielle Freiheit erreichen möchte, kommt nicht daran vorbei, passives Einkommen zu schaffen. Was ist das eigentlich genau? Die spontane Antwort darauf lautet meistens: „Geld, für das ich nicht arbeiten muss!“ Ab einem bestimmten Punkt stimmt das auch, aber um diesen Punkt zu erreichen, also das Stadium, in dem es „von selbst läuft“, ist zunächst doch oft eine Menge Arbeit nötig.

Manchmal ist es nicht so einfach, bestimmte Einkommensarten in die richtige Schublade zu packen. Während es die klassischen Beispiele sowohl für aktives als auch für passives Einkommen gibt, sind die Übergänge fließend. Beginnen wir zunächst mit den Begriffen bzw. einfachen Beispielen.

Aktives Einkommen erzielen wir, indem wir unsere Arbeitskraft einsetzen und uns direkt dafür bezahlen lassen. In den meisten Fällen geben wir unsere Kraft eine bestimmte Zeit lang her und erhalten dafür eine festgelegte Summe Geldes. So ist es zum Beispiel in einem Job, egal ob Vollzeit oder Teilzeit. Eine andere Variante, wie sie oft bei Selbstständigen vorkommt, sind Projekte. Es ist ein Ziel vereinbart, das es zu erreichen gilt. Dafür gibt es dann eine festgelegte Summe, aber danach ist Schluss.

Passives Einkommen erhalten wir, wenn wir für einmal geleistete Arbeit immer wieder bezahlt werden, im Idealfall, ohne weiterhin daran arbeiten zu müssen, also während wir uns passiv verhalten. In der Realität müssen wir uns allerdings später doch um die passive Einkommensquelle kümmern. Ich will es als Wartungsarbeiten bezeichnen. Ein Beispiel dafür ist das Schreiben eines Buches. Zuerst macht es eine Menge Arbeit, aber wenn es sich dann verkauft, braucht der Autor nichts mehr daran zu tun. Als Wartungsarbeiten kann man gelegentliche Lesungen ansehen. Sofern man selbst verlegt hat, bestehen Wartungsarbeiten darin, mittels geeigneter Werbung den Verkauf anzukurbeln. Eine Überarbeitung eines Fachbuches für eine neue Auflage ist eine größere Wartungsarbeit. Ein anderes Beispiel ist die Entwicklung einer Software, an der man die Rechte behält. Hier sind die Wartungsarbeiten z.B. das Bereitstellen von Updates, in denen Bugs beseitigt sind.

Aktien, insbesondere Dividendenaktien, die man lange hält, generieren ebenfalls passives Einkommen. Die anfängliche Arbeit besteht zunächst darin, sich das nötige Wissen anzueignen, Aktien zu analysieren, die richtigen auszuwählen und zu kaufen. Ähnlich verhält es sich mit Immobilien, die man zum Zweck der Vermietung erwirbt.

Damit sind wir bei einem weiteren wichtigen Begriff, dem Investieren. Um eine passive Einkommensquelle zu schaffen, muss man oftmals investieren, und zwar Zeit und Geld. Woher bekommt man Geld, um die erste passive Einkommensquelle einzurichten? Richtig, aus einer aktiven Einkommensquelle verbunden mit geschicktem Sparen. Auch Zeit lässt sich sparen, um sie für den Aufbau passiver Einkommensquellen zu verwenden. Eine erste Maßnahme dazu ist, die Fernsehgewohnheiten zu ändern. Eine weitere ist es, seinen Lebensstil so auszurichten, dass man nicht so viel Zeit für aktive Arbeit einsetzen muss. Kaum jemand wird von heute auf morgen einfach von aktiven auf passive Einkommensquellen umschalten können. Das ist ein kontinuierlicher Aufbauprozess.

Bei manchen Einkommensarten ist es nicht ganz eindeutig, ob man sie nun eher zu aktivem oder passivem Einkommen zählen sollte. Wie ist es zum Beispiel mit einem Einkommen, dass man durch Kauf einer Aktie und deren Verkauf mit einem Kursgewinn erzielt hat? Ich selbst habe für mich für solche Zwecke eine dritte Kategorie „fast passives Einkommen“ eingeführt, um das noch einmal unterscheiden zu können. In meinen Gesamtauswertungen zähle ich das jedoch zu passivem Einkommen, da ich dafür weder jemandem meine Arbeitskraft verkauft noch für jemand anderen ein Ziel erfüllt habe.

Das Schreiben eines Blogs, um mit darauf geschalteter Werbung Geld zu verdienen, ist nach meinem Dafürhalten ebenfalls passives Einkommen. Zunächst macht es eine Menge Arbeit, genügend Besucher zu bekommen. Das Schreiben immer neuer, möglichst interessanter Beiträge würde ich im hier beschriebenen Kontext als Wartungsarbeiten ansehen, die etwas größer ausfallen als bei anderen passiven Einkommensquellen. Aber auch hier wird nicht eins zu eins die Arbeitsleistung eingetauscht. Wenn mal ein paar Tage kein neuer Beitrag erscheint, gibt es trotzdem Besucher und damit Werbeeinnahmen. Man könnte aber auch argumentieren, dass es etwas zu viel wiederkehrende Arbeit ist, um diese noch als Wartungsarbeiten einzustufen …

Letztendlich kommt es zum Erreichen finanzieller Freiheit nicht darauf an, alles hundertprozentig richtig nach aktivem und passivem Einkommen zu unterscheiden. Es gibt immer Beispiele, die irgendwo dazwischen liegen. Hauptsache, man hat das Prinzip verstanden und Spaß bei der Umsetzung.

Titelbild zum Artikel: Sebastian Michalke / pixelio.de

2 Gedanken zu “Aktives und passives Einkommen

  1. Passives Einkommen 4. September 2014 / 12:08

    Da gibt es noch einige mehr passive Einkommensquellen.
    Ich lade dich herzlich ein dich inspirieren zu lassen!

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    • Petra-Wolff 5. September 2014 / 19:35

      Ja, ich kenne Dein Forum bereits. Habe schon ein wenig darin herumgelesen. Werde mich auch anmelden.

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