Ein Kalkulator zur finanziellen Sicherheit/Freiheit

Wann komme ich endlich aus der Tretmühle raus? Um das besser einschätzen bzw. planen und im Endeffekt beeinflussen zu können, habe ich ein kleines „Spielzeug“ gebastelt.

Die Anregung zur Kalkulator-Idee

Habe auf einer Internetseite zum Thema „Wie werde ich Millionär? – Von Zinsen leben: Sparen, Zins und Zinseszins“ die folgende interessante Tabelle gefunden:

Spar-
Jahre
Sparanteil vom Einkommen
Zins 10% 20% 30% 40% 50%
2,5% 94 66 49 38 29
5,0% 48 33 25 19 15
7,5% 32 23 17 13 10
10,0% 25 17 13 10 8
12,5% 20 14 11 8 6
15,0% 17 12 9 7 5
17,5% 15 10 8 6 5
20,0% 13 9 7 6 4

Hier geht’s zur Internetseite mit dem Originalartikel.

Das ist eine ziemlich interessante, wenn auch sehr stark vereinfachte, Betrachtungsweise. Ich habe es nachgeprüft. Die Tabelle stimmt unter der Voraussetzung, dass der gesamte Sparbetrag für das ganze Jahr gleich zu Beginn des jeweiligen Jahres angelegt wird.

Der Kalkulator

Habe mir nun überlegt, wie man das Ganze doch etwas realistischer gestalten könnte. Als Ergebnis meiner Überlegungen kam mein „Kalkulator zur finanziellen Sicherheit/Freiheit“ heraus. Ich will ihn hier erklären und zur Verfügung stellen.

Er ist in einem alten Excel-Format gespeichert, so kann man ihn auch mit einer älteren Version von Excel bzw. Open Office benutzen.

So sieht er aus:

Kalkulator

So verwendest du ihn:

Das Prinzip

In die orangen Felder kommen Zahlen, auf deren Grundlage in etwa die Zinshöhe und die Kapitalentwicklung ermittelt wird, also Einkommen, Sparquote, Zinssatz usw. Daraus werden Berechnungen (eher Schätzungen) für bis zu 30 Jahre durchgeführt. Die blauen Felder überschreibst du nach Ablauf des entsprechenden Zeitraumes mit den realen Werten. Wenn sich nach gewisser Zeit deine Parameter, z.B. Einkommen, Sparquote usw. ändern, passt du diese ebenfalls einfach an. Du wirst sehen, dass der Zeitpunkt der finanziellen Sicherheit nach und nach näher rückt.

Die anfänglichen Eingaben

Überschreibe die Beispielzahlen der Kalkulator-Datei einfach mit deinen Angaben. Trage dein monatliches (aktives) Netto-Einkommen ein, also dein Gehalt. Es wird bei den Berechnungen davon ausgegangen, dass du 12 Monatsgehälter bekommst. Wenn es bei dir anders ist, z.B. Weihnachtsgeld bzw. Urlaubsgeld gezahlt wird, oder wenn du selbstständig bist, dann gib das Monatseinkommen ungefähr so an, dass dann die berechnete Zahl für ein ganzes Jahr stimmt.

Als Sparanteil gibt den Prozentsatz an, wie viel du ungefähr sparen kannst.

Für den Zinssatz schätze den Wert zunächst. Du kannst ihn jederzeit anpassen.

Als Start gib am besten das Vorjahr an. Auch wenn du im aktuellen Jahr noch nicht von Anfang an gespart hast, geht das. Dann überschreibst du die ersten blauen Felder unter „Einzahlung“ einfach mit Nullen.

Zur Ermittlung des Startkapitals gib dein bereits Erspartes an. Wenn du schon ein Wertpapier-Depot hast, rechne die Kaufkosten aller darin befindlichen Wertpapiere zusammen. Ja, du hast richtig gelesen, nicht die aktuellen Kurswerte, sondern die Kaufkosten. Ebenso ist es mit Immobilien oder sonstigen Dingen. Ja, liebe Wirtschaftswissenschaftler, ich weiß, es ist nicht korrekt, keine Abschreibungen usw. zu betrachten. Hier interessiert uns aber nur die reine Rendite bezogen auf die Kosten. Der Kalkulator soll auch möglichst einfach bleiben. Deshalb sehen wir mal darüber hinweg.

Die laufenden Eingaben

Nach jedem Monat wertest du nun deine Anlagen und Erträge aus und trägst jeweils das, was du wirklich gespart, also deinem Kapital hinzugefügt hast, sowie die passiven Einnahmen, die du in dem Monat unterm Strich erhalten hast, in die entsprechenden blauen Felder der Zeile ein. Die Berechnungen, die das Tabellenblatt vorab durchführt, ermitteln nur jeweils einen Zinsbetrag für das Jahresende. In der Realität wird das aber anders aussehen. Zum Beispiel gibt es zwischendurch Dividenden oder Kursgewinne aus Aktienverkäufen. Trage in dem Fall nur den wirklichen Gewinn, also Verkaufspreis minus Kaufpreis abzüglich aller Spesen und Steuerabzüge ein. Eine gute Idee ist es auch, die Hintergrundfarbe eines Feldes von blau zu z.B. grün zu ändern, wenn du es überschrieben hast. So siehst du sofort, bis wohin du schon reale Werte eingetragen hast. Änderungen der Parameter (Einkommen, Sparquote usw.) haben auf diese Felder keinen Einfluss mehr.

Wie behandelst du Steuererstattungen oder Nachzahlungen? Entscheide selbst, ob sie als aktives Einkommen (bzw. Abzüge) gelten oder als (Zins-)Gewinne (bzw. Verluste), je nachdem, wofür du sie bekommst oder nachzahlen musst. Überhaupt musst du sie nur dann hier berücksichtigen, wenn du etwas davon deinem Kapital hinzufügst bzw. entnimmst.

Die Excel-Datei zum Download

Fragen, Anregungen oder Verbesserungsvorschläge sind willkommen.

3 Kommentare

  • Hallo Petra!
    Schöne Idee für Leute, die sich mal eien Überblick verschaffen wollen, was so alles möglich ist. Ob man das Ausgerechnete dann so realisieren kann, deine Datei vielleicht sogar als Arbeitsgrundlage für sich selbst kopiert und nutzt, das ist zweitrangig. Das wichtigste ist, dass man sich ständig mit dem Thema beschäftigt. Immer und immer wieder, bis es ganz tief in einem drin ist. So tief, dass es zum wichtigen – eventuell wichtigsten Lebensinhalt geworden ist, der einem Spaß macht und Freude bereitet. Und wenn diese Freude fehlt, dann fühlt man sich schlecht. Damit es einem wieder besser geht, kümmert man sich um sein Geld. Nimmt vielleicht genau diese, von dir entworfene Tabelle und fühlt sich wieder gut. Dann ist man der Geldmanager, der man sein muss.

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  • So eine Tabelle hat Lehrwert, das reale Leben zeigte zumindest bei mir, dass es keine Stetigkeit oder Planbarkeit gibt. Ich habe schon zweimal mein Depot verkauft (zu günstigen Zeiten), um dann eine Immobile zu kaufen.
    So ein Assettausch taucht in den Zinsenzins- Fondssparplanwerbe- und anderen Verkaufskatalogen aus gutem Grund nicht auf.
    Finger weg von Fonds ! Die Innenprovisionen kann man sich in die eigene Taschen stecken

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    • Das stimmt. außerdem werden in den Fondswerbungen immer die Ausschnitte des Chart gezeigt, die das am besten aussehen lassen.
      Und was meinen Kalkulator angeht, das ist ja nur ein Spielzeug, um die Vorstellungskraft zu unterstützen. Auf eine genaue „Buchhaltung“ seiner Investments sollte man nicht verzichten.

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