Anleihen – Wie funktionieren sie?

Wer Anleihen „kauft“, verleiht in Wirklichkeit Geld. Natürlich geschieht das mit dem Ziel, es verzinst zurückzubekommen. Der Schuldner kann ein Staat, ein Unternehmen oder auch eine Bank sein.

Die bekannteste Art von Anleihen sind Festzinsanleihen. Schauen wir uns einfach mal ein Beispiel an. Vor fast einem Jahr wurde eine Anleihe mit folgenden Eckdaten herausgegeben:

Unternehmensanleihe
MBB Clean Energy AG

Emittentin: MBB Clean Energy AG
ISIN/WKN: DE000A1TM7P0 / A1TM7P
Bond Rating (Creditreform): BBB
Emissionsvolumen: bis zu EUR 300 Mio.
Nennbetrag: EUR 1.000,00
Ausgabepreis: 100,00%
Rückzahlungspreis: 100,00%
Kupon: 6,25%
Zinszahlung: Jährlich nachträglich zum 06.05.
Öffentliches Angebot (Zeichnung): Voraussichtlich vom 24.04.2013 – 03.05.2013, vorbehaltlich einer vorzeitigen Schließung
Valuta: 06.05.2013
Erster Zinszahlungstag: 06.05.2014
Rückzahlungstag: 06.05.2019

Was bedeutet das?
Die Firma MBB Clean Energy AG ist die Schuldnerin (Emittentin). Sie möchte sich von Anlegern Geld borgen in Stückelungen von jeweils 1.000 Euro. Das heißt, wer in diese Anleihe investieren will, leiht der Firma mindestens 1.000 Euro oder ein Vielfaches davon. Ausgabe- und Rücknahmepreis werden immer in Prozent angegeben. Diese Prozentzahl bezieht sich auf den Nennwert (auch Nominalwert). Bei jeweils 100% heißt das, ich zahle genau diesen Nennwert und erhalte am Ende auch diese Summe zurück. Jedes Jahr, jeweils am 06.05. erhalte ich Zinszahlungen von 6,25% bezogen auf den Nennwert, also jeweils 62,50 Euro pro 1.000 Euro, die ich in die Anleihe investiert habe. Zusammen mit der letzten Zinszahlung am 06.05.2019 erhalte ich die eingezahlte Summe zurück.

Was ist noch zu beachten und wo liegt das Risiko?
In der Regel fallen zusätzlich beim Kauf der Anleihe Transaktionsgebühren an. Anleihen sind immer mit dem Risiko verbunden, sein Geld nur zum Teil oder gar nicht wiederzubekommen. Auch können die vereinbarten Zinszahlungen (Kupon) ausbleiben. Ein Grund dafür wäre z.B. Insolvenz. Dieses Risiko wird mit dem Bond Rating (Bond = englisch für Anleihe) abzuschätzen versucht. Das erfolgt durch sogenannte Rating-Agenturen, wie in diesem Beispiel Creditreform. Das Rating wird als Buchstabencode angegeben. Das System kann sich zwischen den Rating-Agenturen leicht unterscheiden. In der Regel ist AAA die Bestnote, etwas schlechter sind AA, A usw. Das geht bis D. Das BBB aus unserem Beispiel liegt also im Mittelfeld. Mit anderen Worten: Ein moderates Risiko ist vorhanden.

Vorteil:
Diese Form der Geldanlage ist ziemlich gut planbar. Ich kenne Kosten, Rendite und Laufzeit vorab.

Nachteil:
Es besteht ein Verlustrisiko, falls der Emittent zahlungsunfähig wird.

Fazit:
Wenn man sich über das Risiko im Klaren ist, eignen sich Anleihen, wenn man eine bestimmte Summe Geldes für einen festgelegten Zeitraum anlegen möchte. In der Regel ist dabei eine höhere Rendite mit höherem Risiko verbunden. Risikostreuung durch den Kauf mehrerer Anleihen, von denen jede ein nicht zu hohes Einzelrisiko hat, ist möglich.

Nachtrag im Februar 2015:
Im obigen Fall hätte man riesiges Pech gehabt, denn das Unternehmen zahlt nicht. Anleger haben nun geklagt.

Titelbild: Dr. Klaus-Uwe Gerhardt / pixelio.de

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